Wie aus Alexandra-Michaela „Muddi“ wurde
Schuld daran war eigentlich die Band Firma Holunder aus aus dem Saarland.
Die Jungs hatten mich damals als Ersatzsängerin für einen Gig in Sölden abgeholt. Es war Januar, bitterkalt, und auf der Fahrt lagen der Sänger und der Keyboarder hinten im Ducato auf den Bänken und froren vor sich hin.
Also habe ich die beiden zugedeckt.
Einer von ihnen wurde kurz wach, strahlte mich an und sagte:
„Boah, wie die Muddi.“
Und ich fand das so süß, dass ich direkt meinte:
„Das gefällt mir. Das sagt Ihr jetzt immer.“
Tja – und irgendwie ist es dabei geblieben.
Wenn man die Geschichte nicht kennt, klingt „Muddi“ vielleicht erstmal ein bisschen urig. Aber inzwischen sagen sogar Menschen, die älter sind als ich, Muddi zu mir. Die hatten es anfangs übrigens am schwersten damit.
Aber man kann „Muddi“ ja auf viele Arten sagen: liebevoll, kindlich, rechthaberisch – oder eben ein bisschen neckisch im Sinne von: „Ey Muddi …“ Und genau das bin ich: herzlich, direkt, manchmal frech, ein bisschen neckisch – aber immer echt.
Muddi’s Vita
Musik war bei mir eigentlich nie als großer Lebensplan vorgesehen. Sie war einfach plötzlich da – und irgendwann war sie nicht mehr wegzubekommen.
Angefangen hat alles ganz harmlos in der Realschule im Schulchor. Danach kam der Kirchenchor zur Konfi-Zeit, später Karaokeabende – und irgendwann nahm das Ganze seinen ganz eigenen Lauf.
Damals arbeitete ich noch als Bedienung im Kinki, der Großraumdiskothek von Masterboy. Dort spielte eines Abends eine Band, die gerade eine neue Sängerin suchte. Der DJ kannte mich bereits vom Karaoke und sagte zur Band sinngemäß: „Bestellt Euch mal was an der hinteren Theke – und fragt mich danach nochmal, ob ich eine Sängerin kenne.“
Gesagt, getan. Die Band bestellte, ich bediente – singend. Und damit war der Käs’ im Grunde gegessen.
Eigentlich wollte ich das gar nicht. Das stand so nicht auf meinem Plan. Aber wie das Leben eben manchmal spielt: Die Band organisierte sich meine Telefonnummer, ließ nicht locker – und so wurde ich ab 1999 Sängerin der Band Cherries.
Aber wie so oft im Leben kam es komplett anders.
Im Jahr davor hatte ich durch meine Schwester 14 Tage lang auf dem Cannstatter Wasen bei einer Band ausgeholfen. Die Band hieß Grafenberger – und die haben meine Telefonnummer offenbar munter an andere Bands weitergegeben, wenn irgendwo kurzfristig eine Sängerin gebraucht wurde.
Die Beschreibung war wohl ungefähr:
„Die könnt Ihr mitnehmen. Die kann Leadgesang, die kann Chorgesang, sieht nicht schlecht aus und die Figur ist auch vertretbar.“
War das sexistisch? Vermutlich ja.
War das damals Showgeschäft? Leider auch ja.
Und sind wir ehrlich: Bühne ist nicht nur Stimme – Bühne ist immer auch Wirkung.
Jedenfalls klingelte drei Wochen nach meinem Bandausstieg das Telefon. Eine Band suchte dringend Ersatz, weil ihre Sängerin krank war. Vier Tage später sollte ich einspringen.
Das waren die Blaumeisen.
Und damit kam ein Stein ins Rollen, der bis heute nicht wirklich aufgehört hat. Ich gestehe ich kriege vermutlich gar nicht alle Bands zusammen mit denen ich schon gesungen habe – es waren einfach verdammt viele & jede Band hatte Ihr gutes, das Beste war das dadurch das ich mehr oder weniger immer der „RETTER IN DER STUNDE DER NOT“ war – alle lieb zu mir waren. Zu den vielen habe ich noch immer Kontakt – nicht wahnsinnig viel aber ich glaube ich bin mit niemand wirklich böse ausseinander gegangen
In den Jahren danach war ich als Aushilfssängerin, Hochzeitssängerin und Frontfrau unterwegs. Es gab Zeiten, da habe ich in einem Jahr bei rund 20 verschiedenen Bands ausgeholfen.
Ich habe Lead gesungen, Chöre gemacht, Programme spontan übernommen und gelernt, mich innerhalb kürzester Zeit auf neue Menschen, neue Bühnen, neue Bands und neue Situationen einzustellen.
Kurz gesagt: Muddi wurde musikalisch ziemlich viel herumgereicht – aber offensichtlich immer wieder gerne mitgenommen.
Nebenbei hatte ich natürlich auch noch ein „normales“ Leben. Ich hatte die Realschule, eine Ausbildung zur Modelltischlerin, Berufserfahrung, sogar die Prüfung als Schienenkranführerin – aber irgendwie war das nicht alles, was ich wollte.
Also holte ich zwischen 2001 und 2007 mein Fachabitur nach und studierte Wirtschaftsinformatik. Danach arbeitete ich einige Jahre als IT-Consultant.
Nur irgendwann wurde es zu viel: Hauptjob, Musik, Auftritte, kaum Schlaf – teilweise nur drei Stunden pro Nacht. Also musste ich mich entscheiden.
Und ich entschied mich für die Musik.
Nicht, weil man damit automatisch reich wird. Sondern weil ich gemerkt habe: Das ist das, was mich beruflich glücklich macht. Und diesen Entschluss habe ich bis heute nicht bereut.
Mit der Zeit hat sich mein Weg weiterentwickelt. Früher war ich viel als Aushilfssängerin in verschiedenen Bands unterwegs. Heute mache ich das deutlich seltener. Ab etwa 2010 kamen immer mehr Auftritte als Alleinunterhalterin dazu.
Durch meine stimmliche Flexibilität kann ich sehr unterschiedliche Musikrichtungen abdecken – und für viele Veranstalter ist ein Soloauftritt natürlich auch günstiger als eine komplette Band. So wurden die Soloauftritte immer mehr und die Bandauftritte weniger.
Ich durfte schon auf einigen der größten Feste Deutschlands auftreten: auf dem Cannstatter Wasen, der Cranger Kirmes, der Düsseldorfer Kirmes und auch auf der Wiesn in München – und das mache ich bis heute.
Ich stand als Vorprogramm oder im Umfeld von Künstlern wie Jürgen Drews, Andrea Berg, Helene Fischer und vielen bekannten Ballermann-Acts wie Almklausi, Lorenz Büffel oder Mia Julia auf der Bühne. Die Liste ist tatsächlich noch viel länger – aber manche Geschichten erzähle ich Euch vielleicht lieber irgendwann persönlich.
Aber Bühne ist für mich nicht nur großes Festzelt, Kirmes, Wiesn und Party.
Ich singe genauso auf privaten Feiern wie Hochzeiten, freien Trauungen, Taufen, Geburtstagen und besonderen Familienfesten. Und ja – ich singe auch auf Beerdigungen.
Das ist für mich übrigens mit das Ehrenvollste, was ich machen darf. Denn wenn Menschen mich in so einem Moment als Fremde buchen, dann ist das ein riesiges Vertrauen. Da geht es nicht um „mal eben ein Lied singen“. Da geht es darum, einen Abschied mitzutragen, Trost zu geben und mit meiner Stimme einen Moment zu schaffen, der bleibt.
Heute weiß ich: Ich bin genau da, wo ich hingehöre.
Ich singe Covermusik – und zwar mit voller Überzeugung. Denn es gibt so viele wunderbare Lieder, die Menschen berühren, Erinnerungen wecken, zum Lachen bringen, zum Tanzen bringen oder einfach einen Moment schöner machen.
Ob im Festzelt, im Standesamt, in der Kirche, auf einer Geburtstagsfeier oder bei einem letzten Abschied: Wenn Musik Menschen erreicht, dann ist sie genau richtig.
Und wenn genau diese Musik mich glücklich macht – und Euch auch – warum sollte ich dann etwas anderes tun?
Was kann mir Besseres passieren, als mit meiner Stimme Menschen glücklich zu machen?
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Ganz wichtig: Das ist kein Muss, kein Eintritt und keine Erwartung. Es ist einfach eine Möglichkeit für alle, die sagen: „Muddi, ich geb Dir direkt was in den Hut.“

